Flickr YouTube Facebook

Hochmittelalter

Auf der Donau ins Heilige Land:
Im Zeitalter der Kreuzzüge kam der Donau die wenig friedliche Rolle als Heerstraße zu. Massen von Wallfahrern in mehr oder weniger frommer Absicht wälzten sich vom 11. bis ins 13. Jahrhundert entlang des Flusses, um über den Balkan und Kleinasien das „Heilige Land“ zu erreichen. Regensburg diente als Sammelplatz für die Kreuzritter. Die 1146 fertig gestellte „Steinerne Brücke“ ermöglichte den raschen Flussübergang für die gewaltigen Heerhaufen. An die Spitze des dritten Kreuzzugs stellte sich 1189 Kaiser Friedrich Barbarossa selbst. In Regensburg bestieg er mit seinem Hofstaat Donauschiffe, ihnen voraus glitten Lastkähne mit Proviant, Zelten und Waffen die Donau hinunter. Das Landheer marschierte auf der rechten Seite des Stroms weiter. Von Wien, damals bereits Residenzstadt der Babenberger, brach der Stauferkaiser weiter gegen Osten auf. Die prunkvollen Festlichkeiten an der Donau hinterließen bei den Zeitgenossen einen tiefen Eindruck. Freilich, nur wenige Kreuzfahrer erreichten ihr Ziel im Gelobten Land und noch weniger kehrten heim.

King Richard The Lion’s Heart
Eine Episode der Kreuzzugszeit ist auch die spektakuläre Gefangennahme des englischen Königs Richard Löwenherz durch den österreichischen Markgrafen Leopold den Tugendhaften. Beide waren sie Teilnehmer des Kreuzzugs, gerieten aber in unversöhnlichen persönlichen Streit. Als King Richard 1192 unerkannt durch Österreich heimkehren wollte, geriet er in die Hände seines Feindes, der ihn auf Burg Dürnstein in der Wachau einsperren ließ und erst nach einer Lösegeldzahlung von 23 Tonnen Silber freigab. Leopold ließ von dem Geld die beiden Donau-Grenzstädte Enns im Westen und Hainburg im Osten ausbauen. Wien, seit 1156 Hauptort der Ostmark, erlebte durch umfangreiche Bautätigkeit fast eine zweite Gründung.

Kreuzritter und Krämer:
Die neue Handelsstraße Ein Gutes bewirkten die Kreuzzüge doch: Der internationale Handel wuchs enorm an. Orientwaren fanden nun den Weg nach Westen. Und die Donau diente dabei als Verkehrsstrang. Blühende Handelsstädte säumten nun den Strom: Regensburg, Passau, Linz, Krems und Wien. Die erste Steinbrücke überspannt den Fluss in Regensburg, als neuntes Weltwunder bestaunt! Der Wasserweg ermöglichte die Beförderung großer Warenmengen. Die im europäischen Flusssystem einmalige West-Ost Richtung der Donau bot ihr eine Monopolstellung im von West nach Ost gerichteten Fernverkehr und Warentransit. Von Regensburg aus bildete sich seit dem 12. Jahrhundert über die bayerische und österreichische Donau bis Ungarn hinein ein einheitlicher, pulsierender Wirtschaftsraum heraus.

Ritter, Burgen und Minnesänger
Zeichen des hochmittelalterlichen Rittertums sind die Burgen, adelige Wohn- und Wehrbauten, die – um die „abgehobene“ Stellung des Inhabers zu zeigen – symbolhaft auf Bergeshöhen thronen. Und natürlich übten gerade die felsigen Hochufer der Donau auf Burgenbauer höchste Anziehungskraft aus. Weithin sichtbar als Pfeiler mittelalterlicher Herrschaftsbildung ragt heute noch eine stattliche Anzahl von Burgen empor. Donaustauf hinter Regensburg, Aggstein in der Wachau, die Felsenburg Devin vor Preßburg und die ungarische Königsburg Visegrad im Donauknie sind mächtige Monumente der europäischen Ritterzeit.

Die Nibelungen an der Donau
Wie unter einem Brennglas verdichten sich die Kreuzzüge und die höfische Zeit der Ritter und Minnesänger im Nibelungenlied, dem bedeutendsten mittelalterlichen Heldenepos. Der erste Teil des Liedes – die Siegfriedsage - hat den Rheingau zum Schauplatz. Doch der zweite Teil – der Zug der Nibelungen – spielt sich an den Gestaden der Donau ab. Man datiert die Abfassung des Epos in den Zeitraum von 1190 bis 1204. Namentlich ist uns der Verfasser nicht überliefert. Doch viele Indizien sprechen dafür, dass er aus dem bayerisch/österreichischen Donauraum stammte. Auffallend ist nämlich, dass er viele Donaustädte beschreibt, die er ganz offensichtlich von Augenschein kannte: Plattling, Passau, Eferding, Pöchlarn, Melk, Traismauer, Tulln, Wien und Hainburg. Durch alle diese Orte zogen die Nibelungen auf ihrem verhängnisvollen Weg nach Osten. Der Schauplatz des Endes des Dramas ist deutlich der ungarischen Königsresidenz Esztergom nach gezeichnet. Die legendäre „Nibelungenstraße“ ist also weitgehend identisch mit der „Straße der Kaiser und Könige“.

Die Wittelsbacher gründen Donaustädte
Anno 1180 übergab Kaiser Barbarossa das Herzogtum Bayern den Wittelsbachern. Über 700 Jahre lang, bis 1918, wird diese Adelsfamilie als Herzöge, Kurfürsten und schließlich als Könige über Bayern und damit über die bayerische Donau herrschen. Die wittelsbachischen Stadtrechtsverleihungen an Straubing (1218) und Deggendorf (1250) zeigen die Wichtigkeit, mit der die Herzöge die Wasserstraße behandelten. Mit dem Gewinn der großen Donaugrafschaft Bogen durch geschickte Heiratspolitik im Jahr 1242 setzten die Wittelsbacher über die Donau und erreichten den Bayerischen Wald. Nebenbei bemerkt, übernahmen sie von den Bogener Grafen die weiß-blauen Rauten in den bayerischen Wappenschild. Ende des 13. Jahrhunderts durchfloss die Donau von der Altmühl bis Engelhartszell beidseitig wittelsbachisches Territorium. Das Bistum Passau war durch kaiserliche Privilegierung 1220 zum Fürstbistum aufgestiegen, vereinheitlichte also geistliche und weltliche Gewalt „unter dem Krummstab“. Eine herausragende Persönlichkeit war Wolfger von Erla, der von 1194 bis 1204 auf dem Bischofsstuhl saß. In seinem Gefolge erscheint 1203 das einzige Mal der Minnesänger Walther von der Vogelweide in einer amtlichen Urkunde: Wolfger bezahlt „dem Sänger Walther von der Vogelweide sechs Solidi zu einem Pelz“. Bis zur Säkularisation 1803 herrschten die Passauer Fürstbischöfe unabhängig von Bayern und von Österreich. Aus Regensburg mussten sich die bayerischen Herzöge zurückziehen, nachdem die Stadt im 13. Jahrhundert mit Freiheitsrechten privilegiert worden war, die sie als Freie Reichsstand einzig und allein dem Kaiser unterstellte. Regensburg wurde zur sprichwörtlichen „verlorenen Hauptstadt Bayerns“. Bis zum Ausgang des Mittelalters repräsentierte die Stadt das größte und politisch wie wirtschaftlich und kulturell bedeutendste Gemeinwesen im gesamten süddeutschen Raum. Im Fondacco dei Tedeschi zu Venedig, dem Zentrallager der deutschen Kaufmannschaft, die mit dem Orient handelte, führten die Regensburger den Vorsitz. Der Minnesänger Wolfram von Eschenbach bewunderte in seinem Epos Parsifal die Regensburger Zindalstoffe (Seiden). Mitte des 13. Jahrhunderts begann man mit dem Bau des Doms Sankt Petrus. Bischof, Bürger, Klöster und auch der Herzog beteiligten sich daran, eine prächtige gotische Kathedrale im französischen Stil aufzutürmen. Dass sich der Bau bis 1869 hinziehen würde, damit hatte damals wohl niemand gerechnet.

Linz, allerhöchst habsburgisch privilegiert
Linz stand lange in Abhängigkeit der Passauer Bischöfe. Das änderte sich jedoch, als die Stadt im Jahr 1210 von den österreichischen Herzögen käuflich erworben wurde. Für sie war Linz, an der Grenze zu Bayern und inmitten der passauischen Donaubesitzungen gelegen, von hoher strategischer Bedeutung. Das mag die rasche Privilegierung und Erweiterung unter den Habsburgern erklären. Auf der eindrucksvoll über der Donau gelegenen Burg residierten die von den österreichischen Herzögen eingesetzten Hauptleute des „Landes ob der Enns“, aus dem sich allmählich das Land Oberösterreich herausbilden wird. Seit dem 13. Jahrhundert scheidet die Enns zwei Verwaltungsbezirke der Ostmark, bzw. des Herzogtums Österreich, nämlich das „Land unter der Enns“ (Niederösterreich) vom „Land ob der Enns“ (Oberösterreich).

Wien wird Hauptstadt Österreichs
Leopold III., genannt der Heilige, bezog 1106 seine Residenz in Klosterneuburg an der von Bergen umrahmten Pforte zum Wiener Becken. Sein Nachfolger Heinrich II. Jasomirgott ließ sich dann 1156 donauabwärts in Wien nieder. Diese aufstrebende Siedlung im klimatisch günstigen Wiener Becken bot reiche Entfaltungsmöglichkeiten. Entlang der Achse Kohlmarkt-Graben-Unter den Tuchlauben wohnten die Kaufleute, deren Warenangebot sich infolge der Kreuz- und Pilgerzüge beträchtlich erweitert hatte. Bald bezog man das neue Viertel um die neue Stephanskirche mit ein. Am Babenberger Hof zu Wien verkehrten Minnesänger wie Reinmar von Hagenau, Neithart von Reuenthal und der uns namentlich nicht bekannte Nibelungendichter. Von Walther von der Vogelweide stammt der Ausruf: „Daz ist der wünnecliche (wonnereiche) hof ze Wiene“. Ulrich von Lichtenstein ritt im Wonnemonat Mai des Jahres 1227 als Frau Venus verkleidet in die Stadt ein wurde von den Wiener Hofdamen gebührend gefeiert. Wien galt im 14. Jahrhundert als „nach Köln die größte Stadt des Reiches“. Wir schätzen ihre damalige Bevölkerung auf 20.000 Einwohner. Das ungarische Stephansreich zählte wegen seiner Goldvorkommen zu den reichsten und mächtigsten Staatwesen des mittelalterlichen Europa. Seine Könige residierten in Bratislava (das bis 1918 zu Ungarn gehörte), in Győr (deutsch: Raab), in Esztergom und Visegrad. Seit dem 14. Jahrhundert kristallisierte sich Buda als Hauptstadt heraus, noch getrennt von der jenseits der Donau liegenden Handelsstadt Pest.

Ihr Routenvorschlag für eine Donaureise auf den Spuren des Mittelalters

Schloß Ottensheim

SCHLOSS OTTENSHEIM: Ein langgestreckter Komplex, der von der Umgestaltung von der Burg zum Schloss herrührt. Der Hof gliedert sich in zwei ...

mehr

Jakobstor

Das Jakobstor ist am westlichsten Rand der Regensburger Altsstadt gelegen.

mehr

Neue Waag

Am östlichen Ende des Haidplatzes befindet sich das Gebäude der „Neuen Waag“.

mehr

Goliathhaus

Das Goliathhaus, welches um 1260 erbaut wurde, gilt mit seinem um 1573 entstandenen Gemälde vom Kampf Davids gegen Goliath als eines der ...

mehr

Dom St. Peter

Der Regensburger Dom St. Peter zählt zu den bedeutendsten Leistungen der Gotik in Bayern. Mit seinen weit sichtbaren Türmen ist der Dom ...

mehr

Neupfarrplatz

Veranlasst durch die Umgestaltungsmaßnahme des Regensburger Neupfarrplatzes erfolgten seit Sommer 1995 bis Anfang 1997 großflächige archäologische ...

mehr

Alter Kornmarkt

Das Gelände des „Alten Kornmarkts“ verdankt seinen Namen seiner früheren Funktion als Getreideumschlag- und Handelsplatz. In unmittelbarer Nähe zu ...

mehr

Goldener Turm

Der Goldene Turm in der Altstadt von Regensburg ist ein sogenannter Geschlechterturm, der aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts stammt.

mehr

Steinerne Brücke

Bei einem Besuch in Regensburg darf man sie auf keinen Fall verpassen: Ein Meisterwerk der mittelalterlichen Baukunst – Die Steinerne Brücke.

mehr

Historische Wurstkuchl

mehr

Burgruine Hilgartsberg

Mitteralterliche Burganlage.

mehr

Basilika

Die Basilika Das Gyõrer Bistum wurde von König Stefan dem Heiligen im ersten Jahrzehnt seiner Herrschaft gegründet (1000-1009). 

mehr

Budapest History Museum

Das Burg-Museum beinhaltete mehrere Sammlungen, von Archäologie, 1000 Jahre Budapest-Geschichte, eine umfassende Bibliothek und immer wieder ...

mehr

Budapest History Museum

Das Schlossmuseum im Buda Schloss hat mehrere Standorte und beschäftigt sich inhaltlich mit der Geschichte der Stadt und des Schlosses von den ...

mehr

Schloss Neuburg am Inn

Schloss Neuburg am Inn

mehr

Englburg

Die Englburg

mehr

Aldersbach

In Aldersbach finden Sie das ehemalige Zisterzienserkloster, angeschlossen daran die vermeintlich schönste Marienkirche Bayerns, das ...

mehr

Pfarrkirche "Mariä Himmelfahrt"

Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ in Fürstenzell.

mehr

Martinskirche

Die Kriche derPfarre Linz-St. Martin am Römerberg (ehem. Pfarre Linz-St. Matthias) ist eine der ältesten Kirchen Österreichs.

mehr

Waffensammlung Schloss Ebelsberg

Die Waffensammlung Schloss Ebelsberg widmet sich der militärischen Vergangenheit Österreichs.

mehr

Burgruine Schaunberg

Die "Schaunburg" wurde 1161 erstmals urkundlich erwähnt. Nach dem Tod des letzten "Schaunbergers" gelangte die Burg in den Besitz der ...

mehr

Schloss Gneisenau

Ein ehemaliges Wasserschloss, heute Altenheim des Bezirkes Rohrbach.

mehr

Stiftskirche Baumgartenberg

850 Jahre alte Stiftskirche, Deckenfresko

mehr

Pfarrkirche Naarn

mehr

Kirche St. Nikola

Der Legende nach soll die St. Nikolaus Kirche von einer hochgestellten Persönlichkeit, einem Reichtsgrafen, der auf der Donau bei Inzell mit einem ...

mehr

Altstadt Enns

Folgen Sie den Spuren römischer Legionäre, versetzen Sie sich in die Epoche mittelalterlicher Handelsherren!

mehr

Stadtbefestigung Enns

Von der Höhe des Stadtturmes Enns, der auch das Wahrzeichen der Stadt ist, überblickt man die vom Mittelalter gezeichnete Stadt.

mehr

Wallfahrtskirche Maria Laab

Die Wallfahrtskirche wurde urkundlich zum ersten Mal 1092 erwähnt. Die Kirche wurde im neuromanischen Stil eingerichtet und beherbergt eine ...

mehr

Burgruine Falkenstein

1140 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt und war im Besitz der Herren Falchenstain.

mehr

Burg Vichtenstein

Die Burg Vichtenstein wurde um 1100 von den Grafen zu Formbach errichtet.

mehr

Filialkirche Kasten

Sehenswert ist die 800-jährige Filialkirche, die dem heiligen Jakob geweiht ist.

mehr

Pfarrkirche Ottensheim

Pfarrkirche z.Hl. Ägidius, erbaut 1462 - 1467, vollendet 1520. Die erste Ägidikirche als Vorläufer an derselben Stelle stammt aus ca. 1200. ...

mehr