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Wien

Für Wien-Besucher ist es eine Attraktion, für Anrainer ein zweites Wohnzimmer, für Künstler und Literaten eine Institution: das Wiener Kaffeehaus.
„Auf der ersten Silbe betont, bezeichnet Kaffee ein Getränk, auf der zweiten betont, bedeuten Café und Kaffeehaus in Wien und Österreich eine Lebensform“, schrieb Hans Weigel 1978. Dieser Satz hat mit Sicherheit bis heute Gültigkeit: Es gibt in Wien rund 800 Kaffeehäuser, nicht mitgezählt die zahlreichen Café-Bars, Café-Restaurants und Steh-Cafés. Darunter befinden sich ungefähr 150 klassische Kaffeehäuser, wo die Bedienung noch schwarz-weiß trägt und die Einrichtung so einfach ist wie in der „guten, alten Zeit“: Holzboden, Marmortische, simple Sessel und plüschige Bänke.

Café Hawelka
Im ersten Bezirk befindet sich das Café Hawelka. Seine Beliebtheit und sein „Künstlerimage“ gehen auf die Nachkriegszeit zurück: Hans Weigel, selbst Schriftsteller, Talente-Förderer und kulturelle Institution, erkor damals das kleine Kaffeehaus von Leopold und Josefine Hawelka zu seinem Zweitwohnzimmer. Der Grund: Es hatte bis nach Mitternacht geöffnet. Seit dem Tod von Josefine im Jahr 2005 wird das Café von Leopold, dem Sohn Günter und den Enkeln Amir und Michael Hawelka weitergeführt. Sie halten auch die legendäre Tradition Josefines aufrecht, täglich um 22 Uhr heiße, frische Buchteln (eine böhmische Spezialität) zu servieren.
www.hawelka.at

Café Central
Seine große Säulenhalle wurde 1986 aufwendig wiederhergestellt – findet man nur 100 Meter weiter Richtung Universität bzw. Votivkirche. Beide Lokale blicken auf eine lange Tradition zurück. Speziell die Atmosphäre des „alten“ Griensteidl ist legendär: 50 intensive Jahre, von 1847 bis 1897, war das Café im ehemaligen Palais Dietrichstein Wiens bedeutendste kulturelle „Institution“. Kaum ein namhafter Schriftsteller, Schauspieler, Kritiker, Architekt oder Musiker des Fin de Siècle, der nicht hierher kam. Die bedeutendsten Vordenker der Wiener Moderne gruppierten sich hier fast vollständig um die kleinen Marmortischchen: Hermann Bahr, Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Karl Kraus, Hugo Wolf, Fritz Kreisler, Arnold Schönberg und viele andere.
www.palaisevents.at

Sacher Torte
Im Jahr 1832 hat Fürst Metternich seine Hofküche beauftragt, für einen Empfang ein besonderes Dessert zu kreieren. Da der Chefkoch krank war, ließ sich der damals 16-jährige Lehrling Franz Sacher (1816-1907) etwas einfallen: Die heute weltberühmte Original Sacher-Torte war geboren...

Rezept
Teig:
140 g Butter (zimmerwarm)
110 g Staubzucker
½ Vanilleschote (ausgekratztes Mark davon)
6 Eidotter
6 Eiklar
130 g Speiseschokolade
110 g Kristallzucker
140 g Mehl (glatt)
200 g Marillenmarmelade
Butter (für die Form)
Mehl (für die Form)
Schlagobers (süße Sahne) (als Garnitur)

Für die Glasur:
200 g Kristallzucker
125 ml Wasser
150 g Schokolade

Zubereitung:
In einer Schüssel weiche Butter mit Staubzucker und Vanillemark cremig rühren. Eidotter nacheinander langsam einrühren und alles zu einer dickschaumigen Masse schlagen. Schokolade im Wasserbad schmelzen lassen und unterrühren. Eiklar steif schlagen, dabei den Kristallzucker einrieseln lassen und so lange weiterschlagen, bis der Schnee schnittfest und glänzend ist. Schnee auf die Dottermasse häufen, das Mehl darüber sieben und mit einem Kochlöffel alles vorsichtig vermengen. Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen und den Tortenrand mit Butter ausstreichen sowie mit Mehl ausstreuen. Masse einfüllen, glatt streichen und im vorgeheizten Backrohr bei 170 °C 55-60 Minuten backen. Dabei die ersten 10-15 Minuten die Backrohrtür einen Finger breit offen lassen, dann schließen. (Der Kuchen ist richtig durchgebacken, wenn ein leichter Fingerdruck sanft erwidert wird.) Torte mit der Form auf ein Kuchengitter stürzen und etwa 20 Minuten überkühlen lassen. Dann Papier abziehen, Torte umdrehen und in der Form völlig erkalten lassen, um die Unebenheiten der Oberfläche zu glätten. Aus der Form lösen und mit einem scharfen Messer waagrecht halbieren. Marmelade leicht erwärmen, glatt rühren, beide Tortenböden damit bestreichen und wieder zusammensetzen. Rundherum ebenfalls mit Marmelade bestreichen und etwas antrocknen lassen. Für die Glasur Zucker und Wasser 5-6 Minuten sprudelnd aufkochen, dann leicht überkühlen lassen. Schokolade im Wasserbad schmelzen und unter Rühren nach und nach mit der Zuckerlösung vermischen, bis eine dickflüssige, glatte Glasur entsteht. Lippenwarme Glasur auf einmal, d. h. in einem einzigen raschen Guss, über die Torte gießen und mit so wenigen Strichen wie möglich mit einer Palette rundum glatt verstreichen. Einige Stunden trocknen lassen, bis die Glasur wirklich erstarrt ist. Por-tionieren und mit geschlagenem Obers servieren. Tipp: Um die richtige Konsistenz der Glasur zu überprüfen, lassen Sie die Glasur über einen Holzkochlöffel laufen. Dieser sollte dann von einer etwa 4 mm dicken Glasurschicht bedeckt bleiben. Gerät die Glasur zu dick, so kann sie durch einige Tropfen Läuterzucker (Zuckerrückstände im Topf nochmals mit wenig heißem Wasser lösen) verdünnt werden. Achten Sie auch darauf, dass die Glasur nicht zu heiß wird - sie bleibt sonst nach dem Trocknen stumpf und keinesfalls glänzend.
Garniturempfehlung: In der Regel wird die Sachertorte nicht verziert, nur im Hause Sacher wird sie mit dem berühmten Tortensiegel belegt.

Das Wiener Schnitzel
Das Wiener Schnitzel ist ein zartes Stück Kalbfleisch, das in Mehl, Ei und Bröseln gewendet wird. Seit dem 18. Jahrhundert finden sich Schnitzel-Rezepte in den Wiener Kochbüchern. Heute ist das Wiener Schnitzel das österreichische Nationalgericht schlechthin, weltberühmt und immer ein Genuss! P

Naschmarkt
Der bekannteste Markt in Wien sorgt mit rund 120 Marktständen und Lokalen für ein buntes kulinarisches Angebot von Wienerisch bis Indisch, von Vietnamesisch bis Italienisch. Der Naschmarkt hat sich zum Treffpunkt für Jung und Alt entwickelt. Der Flohmarkt am Samstag ist bereits Kult. Auf dem Naschmarkt kauft vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang ein bunt gemischtes Publikum Obst, Gemüse oder diverse Köstlichkeiten aus allen Ländern ein. In den mehr als 120 Marktständen finden auch immer mehr Szenelokale ihr Quartier.
www.naschmarkt.eu

Wiener Wein
Seit einigen Jahren wächst der Wiener Wein immer mehr über den traditionellen Heurigen hinaus und erobert die City. Es ist „in“, Wiener Wein zu trinken und immer mehr engagierte Wirte und Lokalbesitzer setzen auf den Wein aus ihrer Stadt. Dabei macht der Wiener Wein in jedem Fall gute Figur. Der frische und aromatische Gemischte Satz, der „Junge Wiener“ sowie der leichte, würzige Grüne Veltliner und der kirschfruchtige Blaue Zweigelt fühlen sich in der Szenegastronomie und den Gärten der Sommerlokale am wohlsten. In der gehobenen Gastronomie setzt man mehr auf hochkarätige Lagenweine, reife Rieslinge und Weißburgunder aber auch Chardonnay, Sauvignon Blanc, kräftige Grüne Veltliner und Rotweine wie den Pinot noir und den St. Laurent. Sie sind hervorragende und universell einsetzbare Speisenbegleiter, die viele Gerichte der Wiener Küche perfekt abrunden.