Noblesse oblige

Die feine Lebensart an der Straße der Kaiser und Könige

Zweiter Teil: Von Wien bis Regensburg

Keine zwanzig Kilometer sind es von der Habsburger Weltstadt Wien nach Klosterneuburg. Das dort 1114 gegründete Stift gilt als die Wiege Österreichs, das sich im 18. Jahrhunderte infolge effzienter habsburgischer Macht- und Heiratspolitik zu einem einflussreichen Player der europäischen, wenn nicht der Weltpolitik aufgeschwungen hatte. Gewillt, seinen Triumphen ein unvergängliches Denkmal zu setzen, ordnete Kaiser Karl VI (1685 – 1740) den Ausbau des Klosters zur epochalen Residenz mit eigenen Kaiserapartments an. Die Suite für die Herrscherfamilie umfasst(e) neben der Retirarde – dem privaten Rückzugsbereich – einen Audienzsaal, ein Tafelzimmer sowie einen Roten Salon.

„Sparen“ war für den bauherrlichen Monarchen zumindest im Fall des Klosterneuburger Stiftes ein Fremdwort. Vermutlich sehr zur Freude der Architekten sowie der Stuckateure und Kunstmaler, die den Kaisertrakt reichlichst mit dekorativen Putzarbeiten und tugendhaften Wandmalereien ausgestalten durften. Mindestens einmal im Jahr erfreute sich die kaiserliche Familie daran, wenn sie zu Leopoldi mit den Marien-Töchtern Theresia, Anna und Alma nach Klosterneuburg zog und vorübergehend im Stift residierte.

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