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Frühmittelalter

Das Christentum hat sich schon früh an der Donau verbreitet. Sankt Florian ist der erste Donau-Heilige. Weil er, der römische Staatsbeamte, sich weigerte, vor dem Kaiserbild Diokletians zu opfern, wurde er am 4. Mai 304 mit einem Mühlstein um den Hals bei Lorch in die Enns geworfen, die ihn mit kräftiger Strömung in Richtung Donau trieb. Dort, wo der Legende nach sein Leichnam anlandete, wurde später der Grundstein zum Chorherrenstift Sankt Florian gelegt. Trotz der politischen Wirren hat sich in den Donauprovinzen also eine rege frühchristliche Kultur entfaltet.

Der Untergang der römischen Macht in den Donauprovinzen war kein schlagartiges Ereignis, sondern zog sich als ein langer krisenhafter Entwicklungsprozess über Jahrzehnte hin. Der administrative Rahmen zerbröckelte. Nicht allein die kriegerischen Ereignisse, sondern auch wirtschaftlicher Niedergang und Bevölkerungsrückgang waren dafür verantwortlich. Die hoch entwickelte antike Infrastruktur, Straßen, Brücken Aquaedukte und Donauhäfen verfielen. Dem endgültigen Vorstoß der Germanen über die Donau am Ende des 5. Jahrhunderts konnten die Römer nichts mehr entgegensetzen. Da die späteren Bewohner, die germanischen Bajuwaren, aber im 6. Jahrhundert noch romanischsprachige Bevölkerung („Walchen“) antrafen, dürfen wir vom Überleben römischer und christlicher Kultur ausgehen.

Dem Exodus der römischen Soldaten und Beamten ist nämlich keineswegs die gesamte Provinzialbevölkerung gefolgt ist. Der Ausgang der römischen Militär- und Zivilgewalt ist nicht gleichbedeutend mit dem Ende der römischen Kultur. Und die Germanen, die sich auf römischem Territorium niedergelassen hatten, waren längst keine heidnischen Barbaren mehr. Ihre Reichsbildungen führten die römische Tradition fort. Es scheint sich eingebürgert zu haben, dass gerade die führenden Sippen der einwandernden Völker ihre Wohn- und Herrschaftssitze innerhalb alter Römermauern aufgeschlagen haben. Wir können solches neu aus den Ruinen sprießendes Leben an vielen Orten entlang der Donau feststellen, in Regensburg, Passau und Budapest.

Neues Leben blüht in den Ruinen ….
Im Zuge der Reorganisation des Kirchenwesens entstanden unter den bayerischen Herzögen zahlreiche Klöster als Zentren des Landesausbaus, Niederalteich, Metten, Niedernburg in Passau und Sankt Florian vor der Ennsmündung.

Karl der Große ist die nächste überragende Kaisergestalt, die uns nach der Römerzeit an der Donau begegnet. Mit ihm beginnt ein neues Kapitel unserer europäischen Geschichte. Im Jahr 800 ließ er sich in Rom zum Kaiser krönen und beanspruchte damit die Universalherrschaft seiner römischen Vorgänger. Karl und sein Sohn Pippin bedienten sich bei ihren Kriegs- und Missionszügen der Donau als Heerstraße. Kaiserliche Aufenthalte in Regensburg und Lorch sind historisch bezeugt. Bis tief nach Pannonien, ins heutige Ungarn, erstreckte sich das Karolingerreich. Die Nachfolger Karls des Großen bevorzugten Regensburg als Königsstadt. Auch die folgenden Herzöge aus sächsischem, fränkischem, welfischem und schließlich wittelsbachischem Geschlecht bezogen hier ihre Residenz. Fast alle Kaiser und Könige hielten sich längere Zeit in der Stadt auf und trafen von hier aus Entscheidungen für das Reich. Das Regensburger Emmeramskloster erlebte unter Reichsbischof Wolfgang eine geistige Blütezeit mit weiter Ausstrahlung. 975 gründete er eine Sängerschule, aus der die „Regensburger Domspatzen“ hervor gegangen sind. Besitzungen und Rechte des Regensburger Hochstifts erstreckten sich weit die Donau hinunter. Ein wichtiger Stützpunkt war Pöchlarn, das bis 1803 regensburgisch blieb.

Mission bei den Ungarn
Kaum zu glauben, dass die heute so freundlichen Ungarn die Nachkommen jener Magyaren sind, die in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts ganz Europa mit ihren Kriegszügen nach Art der Hunnen heimsuchten. Der Donau bedienten sie sich als Einfallsschneise für ihre Reiterangriffe. Doch dann schlug ihnen Kaiser Otto I. dermaßen aufs Dach, bzw. auf den Helm, dass sie gelobten, hinfort in Ungarn zu bleiben und christlich zu werden. Besonders Passau tat sich in der nun folgenden Ostmission des mittleren Donauraums hervor. Entlang der Donau entstanden nach 970 zahlreiche passauische Tochterkirchen. Die berühmteste sollte 1147 Wien werden. Der Wiener „Steffel“ erinnert ja noch heute an das Stephanspatrozinium des Passauer Doms. Vom 8. bis zum 11. Jahrhundert wuchs die Diözese Passau nicht nur zum größten Bistumssprengel des Donauraums, sondern des ganzen Römisch-Deutschen Reich heran! Ein spektakulärer Erfolg war dem Passauer Bischof Pilgrim bei den Ungarn beschieden. Seine Missionare tauften 973 den jungen Großfürsten Sohn Vajk unter dem Namen des Passauers Bistumspatrons Stephan (ungarisch István). Seine Hinwendung zum Christentum bekräftigte der junge Herrscher, als er sich 997 mit Gisela, der Schwester Kaiser Heinrichs II. des Heiligen vermählte. Mit ihr begegnen wir der ersten überragenden weiblichen Persönlichkeit an der Donau, der ersten christlichen Königin Ungarns, Gisela. Die Brautfahrt ging Donau abwärts – von Regensburg aus nach Esztergom. Ein Jahr nach der Jahrtausendwende empfing Stephan vom Papst die apostolische Königskrone und am Weihnachtstag desselben Jahres 1001 wurde er in der Burgkirche von Gran (Esztergom) zum König gesalbt. Die damals aus Rom geschickte „Stephanskrone“ (Szentkorona, Heilige Krone) hat bis heute nichts von ihrer Symbolkraft der Eigenständigkeit Ungarns eingebüßt.

Österreichs Geburt an der Donau
Nach der Ungarnmission wurde von Bayern aus die Besiedlung und Kolonisation der Ostmark erneut vorangetrieben. Ostmark (Marchia Orientalis), das war das 976 von Kaiser Otto II. den Babenbergern als Markgrafschaft verliehene Donauland ostwärts der Enns. In einer auf 996 datierten Schenkungsurkunde wird es zum ersten Mal Ostarrichi (Österreich) genannt. Die österreichischen Herzöge errichteten ihre Residenzorte an der Donau. Von ihrer ersten Burg in Pöchlarn zogen sie 984 nach Melk, dann um 1050 nach Tulln und 1106 nach Klosterneuburg und schließlich 1156 nach Wien.

Ihr Routenvorschlag für eine Donaureise auf den Spuren des Mittelalters

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